Monatsarchiv für Dezember 2008

Krise und Ukraine

Montag, den 29. Dezember 2008

Anfang Dezember 08 titelt ein Journalist eine Analyse zur wirtschaftlichen Situation in der Ukraine folgendermaßen: Die Ukraine erwartet eine harte Landung. Ähnlich wie in Russland sind Wirtschaft und Gesellschaft durch den Prozess des Zerfalls der UdSSR mit der folgenden spezifischen ursprünglichen Akkumulation charakterisiert: Umverteilung, Privatisierung, Verarmung breiter Teile der Bevölkerung und eine weitgehend unkontrollierbare Exekutive prägen auch Charakter und Spielräume, die sich für eine Anti-Krisen-Politik bieten. Und die sind gering. Verschärft wird dies durch die permanent labile politische Situation und ethnisch deklarierte Konflikte.

Krise und Russland

Montag, den 29. Dezember 2008

In den Medien wird die Wirkung der Wirtschaftskrise in Russland vor allem aus der Sicht der „reichen Russen“ reflektiert (z.B. im STERN). Man macht sich daher auch kaum die Mühe, die Zahlen, die aus Russland oder auch aus der Ukraine vorliegen, ernsthaft zu betrachten. Dies mag auch damit zusammenhängen, dass die Ursachen der Krise und die Verhaltensweisen der Eliten in dieser Situation aufs engste mit dem Gesellschaftsverständnis und dem Verständnis von Markt zusammenhängen, die in der Phase des Zerfalls der UdSSR entstanden sind. Damals, mit der gebotenen Arroganz gegenüber den Neureichen, befördert und heute noch verklärend (bzw. bei Bedarf) als „Demokratisierung unter Jelzin“ umschriebene Phase der eigenen ursprünglichen Akkumulation des russischen Neukapitalismus wurden die Grundlagen für die sich nun anbahnenden Konflikte gelegt.

Deutschland hat ein Rückenproblem

Montag, den 29. Dezember 2008

Dieser Tage sprach Steinmeier mal eine Wahrheit aus: die Autoindustrie sei das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Sein Rezept: mehr Autos kaufen und (dafür wurde schon vorher gesorgt) CO2 – Normen locker halten. Sogar Hermann Scheer, großer Kämpfer für die Umwelt, stimmt dem in der Substanz offensichtlich zu. Tiefensee will bei dieser Gelegenheit gleich noch die Regelungen für die Vergabe von Bauaufträgen lockern.

Weihnachten - eine Empfehlung

Freitag, den 19. Dezember 2008

Weihnachten ist eine komplizierte Sache - sei es aus konsumkritischen, atheistischen, pubertären oder sonstigen Gründen. Hilfestellung bei der Bewältigung derartiger Probleme und Alternative zu Fluchtverhalten oder Übersprungshandlungen ist fraglos die CD “Jesus macht nicht mehr mit” von Gina Pietsch und Dieter Ungerank. Im guten Sinne säkular, nachdenklich, sentimental, kämpferisch - alles dabei, was man so [...]

Vogel-Strauß-Perspektive als Norm

Dienstag, den 16. Dezember 2008

“Angesichts der immer schlechter werdenden Vorhersagen für die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland hat der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, beim Krisengipfel im Kanzleramt für einen vorübergehenden Prognose-Stopp plädiert. “Wir haben im Kanzleramt darüber gesprochen, dass Ökonomen alle verwirren, wenn sie ständig neue Zahlen in die Welt setzen. Ich habe gesagt, man könnte [...]

Woher nimmt eigentlich Merkel ihren Optimismus?

Montag, den 15. Dezember 2008

Die Bundeskanzlerin wird nicht müde zu behaupten, Deutschland sei für die Bewältigung der Krise gut gerüstet. Warum dies so sein soll, sagt sie eigentlich nicht.
Tatsächlich gibt es vielleicht zwei Bereiche, in denen Deutschland „gut aufgestellt“ ist. Dies sind erstens die Kostenvorteile, die sich aus dem brutalen Sozialabbau der letzten Jahre ergeben sowie aus der in diesem Zusammenhang erfolgten Verunsicherung von Arbeitsverhältnissen. Der zweite Bereich ist möglicherweise der Bereich der Umwelttechnologien, die in Deutschland in den vergangenen Jahren relativ dynamisch entwickelt wurden.

Morgenlicht

Montag, den 8. Dezember 2008

… am 4.12.08

Konjunkturpäckchen

Montag, den 8. Dezember 2008

Nachdem beim offensichtlichen Übergreifen der Krise die Regierung Entschlossenheit zeigte, die Krisenlösung den Krisenverursachen zu überlassen (die Mittel aus dem Hilfsfonds werden von Leuten verteilt, die aus der Finanzelite kommen), zeigt sie sich nun entschlossen, im Interesse der reinen Lehre von Selbstheilungskräften des Marktes neue Zusammenbrüche in Nicht-Finanz-Sektoren abzuwarten, bevor sie handelt.

Staatsinterventionismus als Organisierung von Kapitalentwertung

Dienstag, den 2. Dezember 2008

Mario Candeias untersucht in den rls-Standpunkten 24/08 „Finanzkrise und neuer Staatsinterventionismus“ eine ganze Reihe wesentlicher Seiten der Rolle des Staates in Krise und Krisenlösung. Diese Betrachtung sollte in einem Punkt vertieft bzw. erweitert werden: hinsichtlich der Rolle des Staates bei der Organisierung der Entwertung bzw. Vernichtung des relativ überschüssigen Kapitals. Man sollte also den finanzinvestorengetriebenen [...]

Angela Merkel droht mit weltweiter Sozialer Marktwirtschaft

Dienstag, den 2. Dezember 2008

Ein Interview der Stuttgarter Zeitung mit Angela Merkel endet mit der Aussage: „Wir brauchen in Deutschland nicht mehr Staat. Wir brauchen eine soziale Marktwirtschaft - weltweit. Wir brauchen dazu auch die notwendigen Institutionen auf internationaler Ebene. So wie wir einen UN-Sicherheitsrat haben, brauchen wir auch einen Weltwirtschaftsrat. Daran müssen wir in den nächsten Jahren arbeiten, [...]